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GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz · Stand 10. Juli 2026

GKV-Reform 2026.

Weniger Kasse. Mehr Eigenanteil.

Bundestag und Bundesrat haben das Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen. Was sich für Ihre Mitarbeitenden ändert, was noch geplant ist – und wie Arbeitgeber mit einer bKV gegensteuern können.

Kassenbon der Reform

für gesetzlich Versicherte
  • Zuzahlung je Arzneimittel5 – 10 €7,50 – 15 €
  • Festzuschuss Zahnersatz60 %50 %
  • Homöopathie & Anthroposophieerstattetentfällt
  • Beitragsbemessungsgrenze 2027regulär+300 €/Monat
  • Mitversicherte Partner (ab 2028)beitragsfrei+2,5 % Zuschlag

Quellen: BMG-FAQ zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz (Stand 10.07.2026), Deutscher Bundestag, AOK-Bundesverband. Ausnahmen beim Partnerzuschlag u. a. für Eltern mit Kindern unter 12 Jahren. Angaben ohne Gewähr.

Was beschlossen ist

Das Sparpaket auf einen Blick.

Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz soll die Zusatzbeiträge stabil halten. Beitragen sollen Versicherte, Arzneimittelhersteller, Leistungserbringer, Krankenkassen und der Bund. Die wichtigsten Punkte für Beschäftigte und Arbeitgeber:

16,3Mrd. €
Einsparvolumen 2027
38,1Mrd. €
Einsparvolumen bis 2030 (bis zu)
318 : 284
Abstimmung im Bundestag am 10.07.2026
01beschlossen

Zuzahlungen steigen um 50 %

Erstmals seit 2004: Je Arzneimittel sind ab 2027 7,50 bis 15 € fällig statt bisher 5 bis 10 €. Die Belastungsgrenzen von 2 % des Bruttoeinkommens (1 % für chronisch Kranke) bleiben.

02beschlossen

Weniger Zuschuss beim Zahnersatz

Der Festzuschuss für die Regelversorgung sinkt von 60 auf 50 % – zurück auf den Stand vor Oktober 2020. Mit gepflegtem Bonusheft gibt es nach fünf Jahren wieder 60 %, nach zehn Jahren 65 %.

03beschlossen

Homöopathie wird nicht mehr bezahlt

Leistungen und Arzneimittel aus Homöopathie und Anthroposophie sind künftig nicht mehr erstattungsfähig.

Stand: September 2026. Das Gesetz tritt in Teilen nach Verkündung sowie zum 1. Januar 2027 und 1. Januar 2028 in Kraft. Einzelheiten können sich durch Verordnungen und Umsetzungsregeln der Krankenkassen noch ändern.

Was das im Betrieb bedeutet

Jede Lücke der Reform hat eine Antwort.

Ihre Mitarbeitenden spüren die Reform in der Apotheke, beim Zahnarzt und auf dem Weg zum Facharzt. Eine bKV setzt genau dort an.

Zuzahlungen +50 %

Folge für Mitarbeitende

Höhere Kosten in der Apotheke sowie bei Heil- und Hilfsmitteln – spürbar vor allem bei chronischen Erkrankungen.

Antwort der bKV

Das Gesundheitsbudget erstattet gesetzliche Zuzahlungen nach § 61 SGB V zu 100 % bis zur Budgethöhe.

Zahnersatz-Zuschuss 60 → 50 %

Folge für Mitarbeitende

Höhere Eigenanteile bei Kronen, Brücken und Implantaten.

Antwort der bKV

Zahn im Budget oder RundumZahn 70, 90 oder 100 außerhalb des Budgets schließen die Lücke.

Steuerung zum Facharzt (geplant)

Folge für Mitarbeitende

Mögliche Umwege über die Hausarztpraxis und längere Wege bis zum Termin.

Antwort der bKV

Facharzt-Vermittlung für einen frühestmöglichen Termin und ärztliche Video-Sprechstunde rund um die Uhr.

Homöopathie nicht mehr erstattet

Folge für Mitarbeitende

Naturheilkundliche Behandlungen werden häufiger privat bezahlt.

Antwort der bKV

Heilpraktiker und Naturheilverfahren wie Osteopathie sind im Budget enthalten.

Beitragsbemessungsgrenze +300 €

Folge für Mitarbeitende

Höhere Sozialabgaben für gut verdienende Beschäftigte und ihren Arbeitgeber.

Antwort der bKV

Die bKV als Sachbezug bis 50 € im Monat bleibt steuer- und sozialabgabenfrei – jeder Euro kommt an.

Die Reform trifft Ihre Belegschaft ab 2027.

Im Kassensturz rechnen wir, was eine bKV Ihrem Betrieb bringt – und wie Sie sie Ihren Mitarbeitenden als konkrete Antwort auf die Reform vorstellen.

Leistungen der Allianz bKV abhängig vom gewählten Tarif (Budgettarif MeineGesundheit, Bausteine). Maßgeblich sind die Versicherungsbedingungen.

Wartezeit

Warum der Termin ab 2027 länger auf sich warten lässt.

Wartezeit entsteht nicht im Wartezimmer, sondern in der Abrechnung. Bis Ende 2026 wird der schnell vergebene Termin zusätzlich bezahlt. Ab dem 1. Januar 2027 fällt genau diese Bezahlung weg. Hier ist die Rechnung – am Beispiel einer orthopädischen Praxis.

Der Fall

Mitarbeiterin, 45 Jahre. Knie blockiert nach einem Sturz, dazu seit Wochen Rückenschmerzen.

Sie braucht einen Orthopäden: Untersuchung, Bildgebung, Entscheidung über Physiotherapie oder Eingriff. Bis dahin arbeitet sie eingeschränkt oder gar nicht. Ob sie in vier Tagen oder in sechs Wochen drankommt, entscheidet nicht die Medizin – sondern die Frage, ob die Praxis für diesen Termin Geld sieht.

Heute – bis 31. Dezember 2026

Der schnelle Termin bringt Geld
  • Grundpauschale Orthopädie

    24,46 €

    GOP 18211, einmal im Behandlungsfall, 192 Punkte

  • Termin über die Terminservicestelle 116117

    volle Höhe

    Der Fall wird extrabudgetär vergütet und zählt nicht gegen das Budget

  • Zuschlag für Tempo

    + 9,78 bis 48,92 €

    200 % bei Akuttermin am Folgetag, 100 % bis Tag 4, 80 % bis Tag 14, 40 % bis Tag 35

  • Offene Sprechstunde

    volle Höhe

    Extrabudgetär bis zu 17,5 % der Fälle der Arztgruppe

  • Ambulante Operation, etwa Kniearthroskopie

    volle Höhe

    Extrabudgetär, ohne Mengenbegrenzung

  • Hausarztpraxis vermittelt den Facharzttermin

    16,69 €

    GOP 03008 / 04008, Honorar für die vermittelnde Praxis

Der zusätzliche Patient lohnt sich

bis 73,38 € extra

Extrabudgetär heißt: Dieses Geld kommt obendrauf – unabhängig davon, wie viele Fälle die Praxis im Quartal schon abgerechnet hat.

Ab 1. Januar 2027

Der schnelle Termin bringt nichts mehr
  • Vergütung für vermittelte Termine

    0 €

    Terminservicestelle, Hausarztvermittlung, offene Sprechstunde und alle Zuschläge entfallen ersatzlos

  • Regelleistungsvolumen je Fall

    44,04 €

    Für das ganze Quartal – gleich, ob die Patientin einmal oder fünfmal kommt

  • Zweiter und dritter Termin im Quartal

    0 €

    Mit dem Fallwert bereits abgegolten

  • Fälle über der zugewiesenen Fallzahl

    Bruchteil

    Werden nur noch abgestaffelt vergütet

  • Ambulante Operationen und Früherkennung

    gedeckelt

    Gehen in die Gesamtvergütung über und unterliegen damit einer Mengenbegrenzung

  • Psychotherapie, Hygienezuschläge, Organspendeberatung

    gekürzt

    Ebenfalls budgetiert oder ganz gestrichen

Der zusätzliche Patient kostet nur noch Zeit

0 € extra

Die Praxis hat dieselbe Miete, dasselbe Personal und dieselben Geräte – aber keinen wirtschaftlichen Grund mehr, Termine für kurzfristige Fälle frei zu halten.

Was das im Wartezimmer bedeutet

Termine werden knapper

Wer für den kurzfristigen Termin keine zusätzliche Vergütung mehr bekommt, hält auch keine Termine mehr dafür frei. Die KBV rechnet mit über 46 Millionen Behandlungsfällen, die nicht mehr finanziert sind.

Das Quartal gibt den Takt vor

Eine Karte, ein Fallwert: Kontrolle, Nachuntersuchung und Wiedervorstellung bringen im selben Quartal nichts mehr. Solche Termine rutschen ins nächste Quartal.

Die Warteschlange wird länger

Was heute über die Terminservicestelle in wenigen Tagen ging, läuft künftig über die normale Warteliste. Schon heute warten gesetzlich Versicherte im Schnitt fünf Wochen auf einen Facharzttermin.

Den Rest zahlt der Betrieb

Jeder Tag ohne Diagnose ist ein Tag ohne Entscheidung über die Behandlung – und oft ein Tag mit eingeschränkter oder ganz fehlender Arbeitskraft. Ein Ausfalltag kostet rund 513 Euro Wertschöpfung.

1,64Mrd. €
Honorar fallen jährlich weg, weil die Vergütung für vermittelte Termine gestrichen wird
KBV
46Mio.
Behandlungsfälle sind nach Berechnung der KBV im ersten Jahr nicht mehr finanziert
KBV
36–42Tage
warten gesetzlich Versicherte heute schon auf einen Facharzttermin
aerzteblatt.de, Zahlen für 2024
42,6Mrd. €
Wertschöpfung gehen jedes Jahr allein durch Muskel- und Skeletterkrankungen verloren – die teuerste Diagnosegruppe überhaupt. Zuständig ist die orthopädische Praxis aus diesem Beispiel
BAuA, Arbeitswelt im Wandel 2025

Werte: EBM-Grundpauschale 18211 (192 Punkte, Stand III/2026), Zuschläge und Wegfall der TSVG-Vergütung nach Angaben der KBV, RLV-Fallwert Orthopädie (6. bis 59. Lebensjahr) der KV Westfalen-Lippe für das 1. Quartal 2026. Fallwerte sind regional verschieden. Beispielrechnung, ohne Gewähr.

Psychische Gesundheit

Die längste Warteschlange ist die im Kopf.

Psychische Störungen verursachen 20,5 % aller Fehltage – Rang zwei hinter den Atemwegserkrankungen, aber mit 41 Tagen je Fall die mit Abstand längste Ausfalldauer. Seit 2006 haben sie um 164 % zugenommen. Und es ist der Bereich mit den längsten Wartezeiten – ausgerechnet hier wird ab 2027 auch die Psychotherapie budgetiert.

Vom ersten Gespräch bis zur Therapie

Erstgespräch

Die psychotherapeutische Sprechstunde bekommen die meisten noch verhältnismäßig zügig.

142 Tagedurchschnittlich bis zum Therapiebeginn

Therapiebeginn

Mehr als jede zehnte betroffene Person startet erst ein ganzes Jahr später. Bis dahin läuft im Betrieb ein Fall, der im Schnitt 41 Arbeitsunfähigkeitstage dauert.

bKV: psychologisches Coaching – Start in Tagen, nicht in Monaten

Was sich 2027 ändert

  • 01Psychotherapie wird budgetiert

    Bisher wurde sie extrabudgetär bezahlt, also unabhängig von Budgetgrenzen. Ab dem 1. Januar 2027 geht sie in die Gesamtvergütung über und unterliegt damit einer Mengenbegrenzung.

  • 02Zuschläge für die Kurzzeittherapie entfallen

    Damit verliert ausgerechnet die kurze, schnell beginnende Behandlung ihre zusätzliche Finanzierung.

  • 03Vermittelte Termine bringen kein Zusatzhonorar mehr

    Auch der über die Terminservicestelle vermittelte Termin bei Psychotherapeutinnen, Neurologen oder Psychiaterinnen wird ab 2027 nicht mehr extra vergütet.

Extrabudgetär bleiben unter anderem kinder- und jugendpsychiatrische Leistungen, die Substitutionsbehandlung und Dialyseleistungen.

Was die bKV hier leisten kann

Eine bKV ersetzt keine Psychotherapie. Sie verkürzt die Zeit, in der jemand mit dem Problem allein bleibt – und genau diese Zeit ist es, die im Betrieb sichtbar wird.

Psychologisches Coaching

Telefonische Begleitung durch geprüfte Fachleute über drei Monate mit bis zu sechs Gesprächen. Gedacht, um die Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken.

Ergänzung, kein Ersatz für ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung

Facharzt-Vermittlung per Telefon

Medizinisch geschultes Personal organisiert den frühestmöglichen Termin – auch bei Psychotherapeutinnen, Psychiatern und Neurologinnen. Ein Anruf genügt, die Terminbestätigung kommt zurück.

Kostenfrei unter 08 00 4 74 01 31 oder über die Allianz Gesundheits-App, in über 20 Sprachen

Ärztliche Video-Sprechstunde rund um die Uhr

In geeigneten Fällen ärztlicher Rat ohne Wartezimmer, an sieben Tagen die Woche und aus dem Homeoffice genauso wie aus dem Betrieb.

Auch für die Familie

Die Gesundheitsservices dürfen Angehörige kostenfrei mitnutzen, ohne eigenen Vertrag. Wer sein krankes Kind schnell versorgt weiß, fällt seltener selbst aus.

Die Gesundheitsservices sind Bestandteil der Allianz bKV und werden nicht auf das Gesundheitsbudget angerechnet. Gesprächsinhalte des Coachings werden nicht abgerechnet und erscheinen nicht in der Krankenakte.

Fehltage: TK-Gesundheitsreport 2026 (Daten 2025) – psychische Störungen 381 Fehltage je 100 Versicherungsjahre, 20,5 % aller Fehltage, 41 Tage je Fall, plus 164 % seit 2006. Wartezeit: Bundespsychotherapeutenkammer, Auswertung von Abrechnungsdaten – 142,4 Tage im Schnitt vom Erstgespräch bis zum Therapiebeginn (Erhebung 1. Quartal 2019). Änderungen 2027 nach Angaben der KBV zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

Langzeitfälle

Nicht der Schnupfen kostet Sie Geld. Die wenigen langen Fälle tun es.

Nur 3,6 Prozent aller Krankschreibungen dauern länger als sechs Wochen. Auf sie entfallen 45,7 Prozent aller Fehltage. Wer den Krankenstand senken will, muss also nicht die Erkältungswelle bekämpfen – sondern verhindern, dass aus einem Fall ein langer Fall wird. Genau dafür ist der schnelle Termin da.

Wenige Fälle, fast die halbe Ausfallzeit

Anteil an allen Krankschreibungen

3,6 % Langzeitfälle96,4 % kurze Fälle

Anteil an allen Fehltagen

45,7 % der Fehltage54,3 %

Langzeitfall = Arbeitsunfähigkeit von mehr als 42 Tagen. Ab dann zahlt die Krankenkasse Krankengeld – der Betrieb hat den Ausfall trotzdem.

Woher die Fehltage kommen

DiagnosegruppeFehltage je 100 VersicherungsjahreAnteil
AtemwegeViele kurze Fälle – unvermeidbar und selten teuer.39621,4 %
Psychische Störungen41 Tage je Fall – die längste Ausfalldauer überhaupt, plus 164 % seit 2006.38120,5 %
Muskeln und SkelettDavon 125 Tage auf den Rücken. Volkswirtschaftlich die teuerste Gruppe: 42,6 Mrd. € Wertschöpfungsausfall im Jahr.26214,1 %

Die beiden hervorgehobenen Gruppen sind genau die, bei denen ein früher Termin den Verlauf verändert – und genau die, deren Termine ab 2027 schlechter vergütet werden.

10,5Tagedauert eine Krankschreibung im Schnitt – der Durchschnitt verdeckt die Spannweite
41Tagedauert ein Fall bei psychischen Störungen im Schnitt
32,6Tagefehlen Beschäftigte zwischen 60 und 64 pro Jahr – gegenüber 18,5 im Gesamtschnitt
27,1Tagedauert ein Fall nach einem Arbeitsunfall im Schnitt

Was ein verhinderter Langzeitfall wert ist

41 Kalendertage Ausfall sind rund 28 Arbeitstage. Mit 513 € Wertschöpfung je Arbeitstag kostet ein einziger langer Fall den Betrieb:

Fünf verhinderte Langzeitfälle im Jahr – und die bKV für einen Betrieb mit 120 Mitarbeitenden ist bezahlt. Nicht als Versprechen, sondern als Maßstab dafür, wie klein der nötige Effekt ist.

14.400 €ein Fall, ein Jahr, ein Mitarbeitender

TK-Gesundheitsreport 2026, Daten für 2025: Krankenstand 5,08 %, 18,5 Fehltage je Erwerbsperson, 1,77 Fälle, 10,5 Tage je Fall; 3,6 % der Fälle mit mehr als 42 Tagen entfallen 45,7 % aller Fehltage. BAuA, Arbeitswelt im Wandel 2025: Muskel-Skelett-Erkrankungen 24,7 Mrd. € Produktionsausfall und 42,6 Mrd. € Ausfall an Bruttowertschöpfung. Wertschöpfung je Arbeitstag: eigene Modellrechnung (54.000 € × 1,21 ÷ 220 × 1,727).

Persönliche Einschätzung · kein Tatsachenbericht

Das war erst der Anfang.

Die Lücke zwischen dem, was Beschäftigte an Versorgung erwarten, und dem, was die Kasse bezahlt, wird größer. Wer sie als Arbeitgeber schließt, gewinnt.

Das Gesetz kauft Zeit

Das Paket stabilisiert die Finanzen für 2027. Die Ursachen bleiben: eine alternde Gesellschaft, steigende Behandlungskosten und künftig weniger Beitragszahlende. Dass bis 2030 bis zu 38,1 Milliarden Euro eingespart werden sollen, zeigt, wie groß die Lücke ist. Ich gehe deshalb davon aus, dass weitere Sparrunden folgen – und dass sie wieder bei Zuzahlungen, Eigenanteilen und dem Leistungsumfang ansetzen.

Der Weg zum Facharzt wird länger

Mit dem geplanten Primärarztsystem wird der Zugang zu Fachärzten stärker gesteuert. Ohne zusätzliche Praxen und Ärzte sehe ich das Risiko, dass sich Wartezeiten eher verlängern als verkürzen – besonders im ländlichen Raum, wo schon heute Termine knapp sind.

Was das für Arbeitgeber heißt

Jede Woche Warten auf eine Diagnose ist im Zweifel eine Woche mit Einschränkungen oder Ausfall. Gesundheit wird damit zum Standortfaktor: Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden schnelleren Zugang und weniger Eigenanteile bieten, haben ein starkes Argument im Wettbewerb um Fachkräfte – und Teams, die schneller wieder voll einsatzfähig sind.

Felix GrabowAllianz Generalvertretung Grabow · bKV-Beratung für Arbeitgeber · September 2026

Diese Einschätzung gibt meine persönliche Meinung auf Basis der bekannten Beschlüsse und Vorhaben wieder. Sie ist keine Prognose mit Gewähr, keine Rechts- oder Steuerberatung und keine offizielle Stellungnahme der Allianz.

Bundestag und Bundesrat haben das Gesetz am 10. Juli 2026 beschlossen. Teile gelten nach der Verkündung, weitere zum 1. Januar 2027 – etwa die höheren Zuzahlungen und die Anhebung der Beitragsbemessungsgrenze – und zum 1. Januar 2028, etwa der Zuschlag für mitversicherte Partner.